Was ist versichert bei einer Rechtsschutzversicherung?

Sie haben die Wahl, denn die Rechtsschutzversicherung ist modular aufgebaut. Das heißt, die Kunden können den für sich passenden Rechtsschutz wählen. Es kommt ganz auf den individuellen Versicherungsbedarf an. Entweder die Kunden schließen ein Rechtsschutzversicherung-Komplettpaket ab oder entscheiden sich für den Schutz bestimmter Bereiche.

1 Bausteine des Privatrechtsschutzes

1.1 Schadenersatz-Rechtsschutz

Schadenersatz gleicht einen eingetretenen Schaden aus. Das gilt in diesem Fall aber zum Beispiel nicht für Vertragsverletzungen. Aber für Schmerzensgeldforderungen, Reparaturkosten oder Arztkosten. Mit der Schadenersatz-Rechtsschutzversicherung können sie Schadenersatz geltend machen. Der Rechtsschutz übernimmt unter anderem die Kosten für den Anwalt.

1.2 Steuer-Rechtsschutz

Ärger mit dem Finanzamt, weil zum Beispiel die Kinderfreibeträge zu niedrig angesetzt wurden? Der Steuer-Rechtsschutz greift in solchen Fällen sobald Klage erhoben wird. Bei Streitigkeiten vor Finanz- oder Verwaltungsgerichten bezüglich der Einkommenssteuer, der KFZ-Steuer oder der Schenkungssteuer kommt die Steuer-Rechtsschutzversicherung zum Einsatz.

 1.3 Berufs- oder Arbeitsrechtsschutz

Vorweg: beim Arbeits-Rechtsschutz gilt in der Regel eine Wartezeit von drei Monaten. Es sei denn, es gibt eine Vorversicherung mit gleichem Leistungsumfang. Und: bei Gerichtsverfahren zum Arbeitsrecht tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber in der ersten Instanz die Kosten jeweils zur Hälfte. Der Arbeitsrechtsschutz kann nur in Kombination mit dem Privatrechtsschutz abgeschlossen werden. Über die Rechtsschutzversicherung abgesichert ist dann zum Beispiel, wer nach einer Kündigung auf Wiedereinstellung klagt.

1.4 Straf-Rechtsschutz

Der Straf-Rechtsschutz ist Bestandteil vieler Rechtsschutzversicherungen.

1.4.1 Spezial-Straf-Rechtsschutz für Firmen

1.5 KFZ- und Verkehrs-Rechtsschutz

Schadenersatz nach einem Auto-Unfall oder gegen den Führerscheinentzug klagen: diese Versicherung greift bei Rechtsfragen im Zusammenhang mit Fahrzeug und Verkehr. Das gilt nicht nur für Ordnungswidrigkeiten, auch für vermeintlichen Betrug durch Werkstätten und für Bußgelder nach zu schnellem Fahren. Je nach Versicherung sind auch die Fahrzeuge des Ehepartners und die der Kinder mitversichert.

Es gibt beim Verkehrsrechtsschutz mehrere Leistungsarten. Man kann zum Beispiel ein bestimmtes Fahrzeug versichern, egal, wer damit unterwegs ist. Für häufige berufliche Autofahrten im Dienstwagen gibt es einen Fahrer-Rechtsschutz. Und beim Familienrechtsschutz sind Partner und KInder mit versichert – auch im Mietwagen.

1.6 Mieter- und/oder Vermieter-Rechtsschutz

Die Versicherung gilt für alle, die zur Miete wohnen. Schimmel in der Wohnung, viel zu hohe Nebenkosten, Lärm- oder Geruchsbelästigung durch den Nachbarn oder eine Kündigung der Wohnung: in einer solchen Situation waren viele Mieter schon einmal. Diese verschiedenen Bereiche sind durch den Rechtsschutz abgedeckt. Je nach Versicherung erhalten Sie auch Unterstützung bei Rechtsstreitigkeiten rund um Garagen oder Ferienwohnungen.

1.6.1 Wohnungs- und Grundstücksrechtsschutz

DieseVersicherung gilt für Eigentümer von Wohnungen oder Häusern.

1.7 Ordnungswidrigkeiten-Rechtsschutz

Diese Versicherung greift, wenn man gegen eine Ordnungswidrigkeit vor Gericht ziehen will. Dazu gehört zum Beispiel Lärmbelästigung oder das Überfahren einer roten Ampel.

 1.8 Verwaltungs-Rechtsschutz

Mit dieser Versicherung kann man seine Rechte vor deutschen Verwaltungsbehörden und Verwaltungsgerichten geltend machen – in nicht verkehrsrechtlichen Angelegenheiten. Diese Versicherung hilft zum Beispiel, wenn Sie sich wehren wollen, weil Ihre Tochter nicht in die nächste Klasse versetzt wird oder kein Gewerbeschein ausgehändigt wird.

1.9 Opfer-Rechtsschutz

1.10 Vertrags- und Sachrecht-Rechtsschutz

 1.11 Sozialgerichts-Rechtsschutz

Ärger mit der Rentenversicherung, der Pflegeversicherung, der Krankenkasse oder der Berufsgenossenschaft – in solchen Fällen müssen Sie Ihre Rechte vor einem Sozialgericht einfordern. Der Sozial-Rechtsschutz gehört meistens zum üblichen Versicherungspaket.

1.12 Rechtsschutz für Tierhalter

Nicht für alle Tiere macht eine Rechtsschutzversicherung Sinn. Hunde- oder Pferdehalter sollten aber eine Tierversicherung abschließen. Denn schnell kann es zum Beispiel nach einem Hundebiss zu Schemerzensgeldforderungen und damit auch zu einem Termin vor Gericht kommen. Viele Versicherungen bieten einen Tierrechtsschutz an. Wer Vorsorge treffen will, sollte diese Versicherung abschließen.

 1.13 Rechtsschutzversicherung bei Scheidungen

Eine Auseinadersetzung in der Ehe kennt jeder, aber manchmal lassen sich die zahlreichen Probleme in einer Ehe nicht mehr lösen und es kommt zur Scheidung. Es gibt Angebote für Rechtsschutzversicherungen in Ehesachen, die genau dann greifen. Und zum Beispiel die Frage klären, wie die Eltern in Zukunft mit dem Sorgerecht umgehen. Allerdings müssen Versicherte hier einiges beachten. Voraussetzung für die Kostenübernahme ist nämlich, dass der Versicherungsvertrag bereits drei Jahre Bestand hat. Und neben dieser Auflage liegt die maximale Versicherungssumme meist bei 30.000 Euro und 500 Euro Selbstbeteiligung pro Fall.

1.13 Kombipakete

Es gibt auch Pakete für einen umfassenden Rechtsschutz. Zum Beispiel das Paket Privat-, Beruf- und Verkehrsrechtsschutz. Mit individuellen Leistungen ist der Versicherungsnehmer dann rundum abgesichert.

1.14 Mediation

Viele Versicherungen schließen nach aktuellem Stand auch die Mediation ein. Dabei wird ein neutraler Vermittler eingesetzt, der eine Einigung ohne Gerichtsverfahren erzielen soll. Das kann zum Beispiel dabei helfen, im Streit mit dem Nachbarn einen Mittelweg zu finden.